Fairtrade

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Fairtrade Bekleidung von FairTale

Die Kleidung nähe ich selbst in meinem kleinen Atelier in Münster. Darin unterscheiden sich meine Produkte von vielen anderen Fairtrade Produkten, da sämtliche Bekleidung für einen, auch für deutsche Verhältnisse, fairen Lohn hergestellt wurde. (Mehr dazu hier)

Für die Produktion mit der Fairtrade-zertifizierten Baumwolle habe ich einen Zertifizierungsvertrag mit FLO-Cert abgeschlossen (FLO ID: 33390). Dazu bin ich Lizenzpartner von TransFair (Fairtrade Deutschland).

Für die Stoffe von FairTale wird ausschließlich Fairtrade-zertifizierte Baumwolle verwendet.

 

Das Glück der unbeschwerten Kindheit und des wohlhabenden Lebensstandards Europas genießen leider nicht alle. Warum geht es uns so gut? Warum arbeiten andere unter menschenunwürdigen Zuständen, rundum die Uhr für einen Hungerlohn?

Es ist Zeit, die systematische Ausbeutung nicht länger zu unterstützen!

 

Faire Siegel?

Der Ausdruck „Fair“ ist nicht geschützt, weswegen er absolut keine Aussagekraft hat. Darum ist Transparenz für ein unter fairen Bedingungen hergestelltes Produkt unentbehrlich. Darüber hinaus stellt sich die Frage, unter welchen Kriterien produziert wurde. Wurden die Menschen gut behandelt, gerecht für ihre Arbeit bezahlt und unter guten Arbeitsbedinungen beschäftigt?

Ein „wirklich“ faires Siegel kann es in einer kapitalistischen Gesellschaft nicht geben.

Fair für alle?

Faire Siegel lassen i.d.R. wichtige Kriterien zu Tier und Natur außer Acht. Wurden bei der Produktion alle Lebewesen als selbstbestimmende Individuen geachtet? Wurde Rücksicht auf die Umwelt genommen und möglichst schonende Verfahren angewandt?

Fairtrade Cotton-Siegel

Ein vernünftiges Siegel für fair gehandelte Produkte ist meiner Meinung nach dieses:

Fairtrade Cotton Siegel

Die international gültigen Standards werden durch die Organisation Fairtrade International e.V. gesetzt. Die Zertifizierung und Kontrolle findet durch die angeblich unabhängige und transparente Organisation FLO-Cert statt.

Fairtrade Cotton

Das Fairtrade-Siegel für Baumwolle steht für fair angebaute und gehandelte Rohbaumwolle. Die Baumwolle von Textilien, die das Fairtrade Cotton-Siegel tragen, ist zu 100% Fairtrade-zertifiziert. Der Weg der im Endprodukt enthaltenen Rohbaumwolle ist direkt bis zum Ursprung verfolgbar. Das heißt, die fair gehandelte Baumwolle kann in jeder Phase der Produktion nachverfolgt werden.

Wer Fairtrade-zertifizierte Baumwollstoffe kauft und sie weiter verarbeiten will (wie in meinem Beispiel zu Kleidung), muss einen Zertifizierungsvertrag mit FLO-Cert abschließen. FLO-Cert kontrolliert die Einhaltung der Fairtrade Standards.


Das Fairtrade Cotton Siegel garantiert also, dass bei dem gesamten Herstellungsprozess der fertigen Ware die Fairtrade Standards eingehalten wurden. (Mehr aber auch nicht..)

 

Fairtrade Kriterien:

Das Fairtrade- Siegel fordert unter anderem die Einhaltung der IAO-Kernarbeitsnormen:

Die IAO-Kernarbeitsnormen werden von der Internationalen Arbeitsorganisation entworfen (engl.: ILO: International Labour Organization), welche eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen ist. Mitglieder der Vereinten Nationen werden ermutigt, diese Normen einzuhalten, allerdings sind sie nicht dazu verpflichtet.

Diese Normen sichern u.a. den Arbeitern:

Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit (Übereinkommen 182)

Beseitigung der Zwangsarbeit (Übereinkommen 29)

Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf (Übereinkommen 111)

Vereinigungsfreiheit, Schutz des Vereinigungsrechtes und Recht auf Kollektivverhandlungen (Übereinkommen 87 & 98)

 

Die Fairtrade-Standards umfassen außerdem weitere verpflichtende Kriterien wie:

Basisanforderungen wie Arbeits- und Gesundheitsschutz

Schulungen zur Arbeitsplatzsicherheit

Auf der Plantage muss eine eigenständige, unabhängig gewählte Vertretung der Beschäftigten eingerichtet sein, zum Beispiel eine Gewerkschaftsvertretung.

Kooperation bei Baumwolle mit ausschließlich Kleinbauern.

Löhne müssen mindestens so hoch sein wie die branchenüblichen Tariflöhne oder die gesetzlichen Mindestlöhne – je nachdem welche höher liegen. Liegen diese unterhalb existenzsichernder Löhne, muss es kontinuierliche jährliche Lohnerhöhungen bis zum Erreichen existenzsichernder Löhne geben. Diese Lohnerhöhungen müssen mit einer unabhängig gewählten Arbeitnehmervertretung ausgehandelt werden.

Zahlung eines stabilen Mindestpreises für die Baumwolle. Liegt der Weltmarktpreis über dem Mindestpreis, erhalten die Kleinbauern den höheren Preis

Zusätzliche Sozialprämie für Gemeinschaftsprojekte, die soziale, wirtschaftliche oder ökologische Entwicklung fördern:

dadurch wurden bereits Schulen gebaut oder z.B. Renten ermöglicht

Verbot von sexueller Belästigung und Gewalt:

das Unternehmen (= Geschäftsführer einschließlich aller Mitglieder der Organisation die Fairtrade produzieren) darf keine sexuelle Belästigung, sexuellen Missbrauch oder sexuelle Ausbeutung in Gesten, Worten oder körperlich ausüben, unterstützen oder tolerieren.

Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit:

keine direkte oder indirekte Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren oder dem örtlichem Gesetz definiertem Alter, wenn das Alter höher liegt, jedoch mindestens 15 Jahre

Keine Organisation kann Kinderarbeit zu 100% ausschließen.

Fairtrade verpflichtet sich zusätzlich, Kinder aktiv zu schützen, die sich an Fairtrade mit Berichten über Missbrauch und/oder Ausbeutung wenden, und ergreift Maßnahmen zur Gewährleistung ihrer Sicherheit.

das Unternehmen muss eine Arbeitspolitik gegen Kinderarbeit etablieren und für alle Mitarbeiter leserlich aushängen. Diese Arbeitspolitik gegen Kinderarbeit muss auch an alle Lieferanten und Subunternehmen ausgehändigt werden mit Verweis, dass diese Bedingungen zwingender Teil des Vertrages ist.

wurden Kinder unter 15 Jahren in der Vergangenheit beschäftigt, so muss sichergestellt werden, dass diese keine schlechtere Arbeit nach gehen wie: gefährliche Arbeit, sklavenähnliche Behandlungen, Rekrutierung zu Bewaffneten Konflikten, sexuelle Tätigkeit und/oder illegale Handlungen. Außerdem muss das Unternehmen ein Programm nach UN-Kinderrechtskonvention (UNCRC) verfassen, aus dem hervor geht, dass das Interesse der Kinder und der Respekt ihnen gegenüber oberste Priorität hat und sie keiner schlechteren Arbeit nachgehen dürfen und wie man dies erreichen wird.

Das Unternehmen muss einen Kinderhort / Krabbelstube für die Kinder der Arbeiter innerhalb oder außerhalb des Firmengeländes zur Verfügung stellen.

Zugang zur Grundschule für die Kinder der Arbeiter. Entweder durch angemessene Räume und qualifizierte Lehrer auf dem Firmengelände oder durch Transport zu staatlichen Grundschulen. (bei welchem die Kinder kein Risiko tragen dürfen)

Verbot von Diskriminierung:

Diskriminierung wird definiert als „jede Unterscheidung, Ausschließung oder Bevorzugung, die auf Grund der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, des Glaubensbekenntnisses, der politischen Meinung, der nationalen Abstammung oder der sozialen Herkunft vorgenommen wird und die dazu führt, die Gleichheit der Gelegenheiten oder der Behandlung in Beschäftigung oder Beruf aufzuheben oder zu beeinträchtigen“ (ILO Konvention 111, Artikel 1).

Diskriminierung bezeichnet eine ungerechte unterschiedliche Behandlung zweier Personen aus Gründen jenseits deren Fähigkeiten oder Leistung.

das Unternehmen darf niemanden aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, Familienstand, Alter, HIV-Infizierung/AIDS-Erkrankung, Religion, politischer Anschauung, Gewerkschaftszugehörigkeit oder

Aktivitäten für andere Arbeitervertretungen, nationaler Abstammung

oder sozialer Herkunft bei Einstellungen, Beförderungen, dem Zugang

zu Fortbildungsmaßnahmen, der Entlohnung, der Zuteilung von Aufgaben, der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, Ruhestand oder anderen Gelegenheiten diskriminieren

Im Rahmen von Einstellungsverfahren darf das Unternehmen nicht auf Schwangerschaft, HIV oder genetische Störungen testen

Bestrafungen, psychischen oder körperlichen Zwang oder Beschimpfungen dürfen weder anwendet noch unterstützt oder verteidigt werden

Sollte es doch zu so einer Diskriminierung aufgrund eines der oben beschriebenen Zusammenhänge kommen, so muss das Unternehmen innerhalb der Richtlinien Ihres Fairtrade-Entwicklungsplans für eine Änderung sorgen.

 

Quelle der Fairtrade Standards für Kleinbauern:
http://www.fairtrade-deutschland.de/fileadmin/user_upload/ueber_fairtrade/fairtrade_standards/inhalte/2011_fairtrade_standard_fuer_kleinbauernorganisationen.pdf

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