Fairtrade Standards

Fairtrade Standards

Das Fairtrade- Siegel fordert unter anderem die Einhaltung der IAO-Kernarbeitsnormen:

Die IAO-Kernarbeitsnormen werden von der Internationalen Arbeitsorganisation entworfen (engl.: ILO: International Labour Organization), welche eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen ist. Mitglieder der Vereinten Nationen werden ermutigt, diese Normen einzuhalten, allerdings sind sie nicht dazu verpflichtet.

Diese Normen sichern u.a. den Arbeitern:

Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit (Übereinkommen 182)

Beseitigung der Zwangsarbeit (Übereinkommen 29)

Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf (Übereinkommen 111)

Vereinigungsfreiheit, Schutz des Vereinigungsrechtes und Recht auf Kollektivverhandlungen (Übereinkommen 87 & 98)

 

Die Fairtrade-Standards umfassen außerdem weitere verpflichtende Kriterien wie:

Basisanforderungen wie Arbeits- und Gesundheitsschutz

Schulungen zur Arbeitsplatzsicherheit

Auf der Plantage muss eine eigenständige, unabhängig gewählte Vertretung der Beschäftigten eingerichtet sein, zum Beispiel eine Gewerkschaftsvertretung.

Kooperation bei Baumwolle mit ausschließlich Kleinbauern.

Löhne müssen mindestens so hoch sein wie die branchenüblichen Tariflöhne oder die gesetzlichen Mindestlöhne – je nachdem welche höher liegen. Liegen diese unterhalb existenzsichernder Löhne, muss es kontinuierliche jährliche Lohnerhöhungen bis zum Erreichen existenzsichernder Löhne geben. Diese Lohnerhöhungen müssen mit einer unabhängig gewählten Arbeitnehmervertretung ausgehandelt werden.

Zahlung eines stabilen Mindestpreises für die Baumwolle. Liegt der Weltmarktpreis über dem Mindestpreis, erhalten die Kleinbauern den höheren Preis

Zusätzliche Sozialprämie für Gemeinschaftsprojekte, die soziale, wirtschaftliche oder ökologische Entwicklung fördern:

dadurch wurden bereits Schulen gebaut oder z.B. Renten ermöglicht

Verbot von sexueller Belästigung und Gewalt:

das Unternehmen (= Geschäftsführer einschließlich aller Mitglieder der Organisation die Fairtrade produzieren) darf keine sexuelle Belästigung, sexuellen Missbrauch oder sexuelle Ausbeutung in Gesten, Worten oder körperlich ausüben, unterstützen oder tolerieren.

Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit:

keine direkte oder indirekte Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren oder dem örtlichem Gesetz definiertem Alter, wenn das Alter höher liegt, jedoch mindestens 15 Jahre

Keine Organisation kann Kinderarbeit zu 100% ausschließen.

Fairtrade verpflichtet sich zusätzlich, Kinder aktiv zu schützen, die sich an Fairtrade mit Berichten über Missbrauch und/oder Ausbeutung wenden, und ergreift Maßnahmen zur Gewährleistung ihrer Sicherheit.

das Unternehmen muss eine Arbeitspolitik gegen Kinderarbeit etablieren und für alle Mitarbeiter leserlich aushängen. Diese Arbeitspolitik gegen Kinderarbeit muss auch an alle Lieferanten und Subunternehmen ausgehändigt werden mit Verweis, dass diese Bedingungen zwingender Teil des Vertrages ist.

wurden Kinder unter 15 Jahren in der Vergangenheit beschäftigt, so muss sichergestellt werden, dass diese keine schlechtere Arbeit nach gehen wie: gefährliche Arbeit, sklavenähnliche Behandlungen, Rekrutierung zu Bewaffneten Konflikten, sexuelle Tätigkeit und/oder illegale Handlungen. Außerdem muss das Unternehmen ein Programm nach UN-Kinderrechtskonvention (UNCRC) verfassen, aus dem hervor geht, dass das Interesse der Kinder und der Respekt ihnen gegenüber oberste Priorität hat und sie keiner schlechteren Arbeit nachgehen dürfen und wie man dies erreichen wird.

Das Unternehmen muss einen Kinderhort / Krabbelstube für die Kinder der Arbeiter innerhalb oder außerhalb des Firmengeländes zur Verfügung stellen.

Zugang zur Grundschule für die Kinder der Arbeiter. Entweder durch angemessene Räume und qualifizierte Lehrer auf dem Firmengelände oder durch Transport zu staatlichen Grundschulen. (bei welchem die Kinder kein Risiko tragen dürfen)

Verbot von Diskriminierung:

Diskriminierung wird definiert als „jede Unterscheidung, Ausschließung oder Bevorzugung, die auf Grund der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, des Glaubensbekenntnisses, der politischen Meinung, der nationalen Abstammung oder der sozialen Herkunft vorgenommen wird und die dazu führt, die Gleichheit der Gelegenheiten oder der Behandlung in Beschäftigung oder Beruf aufzuheben oder zu beeinträchtigen“ (ILO Konvention 111, Artikel 1).

Diskriminierung bezeichnet eine ungerechte unterschiedliche Behandlung zweier Personen aus Gründen jenseits deren Fähigkeiten oder Leistung.

das Unternehmen darf niemanden aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, Familienstand, Alter, HIV-Infizierung/AIDS-Erkrankung, Religion, politischer Anschauung, Gewerkschaftszugehörigkeit oder

Aktivitäten für andere Arbeitervertretungen, nationaler Abstammung

oder sozialer Herkunft bei Einstellungen, Beförderungen, dem Zugang

zu Fortbildungsmaßnahmen, der Entlohnung, der Zuteilung von Aufgaben, der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, Ruhestand oder anderen Gelegenheiten diskriminieren

Im Rahmen von Einstellungsverfahren darf das Unternehmen nicht auf Schwangerschaft, HIV oder genetische Störungen testen

Bestrafungen, psychischen oder körperlichen Zwang oder Beschimpfungen dürfen weder anwendet noch unterstützt oder verteidigt werden

Sollte es doch zu so einer Diskriminierung aufgrund eines der oben beschriebenen Zusammenhänge kommen, so muss das Unternehmen innerhalb der Richtlinien Ihres Fairtrade-Entwicklungsplans für eine Änderung sorgen.

 

Quelle der Fairtrade Standards für Kleinbauern:
http://www.fairtrade-deutschland.de/fileadmin/user_upload/ueber_fairtrade/fairtrade_standards/inhalte/2011_fairtrade_standard_fuer_kleinbauernorganisationen.pdf